Muslimbruderschaft mit Verfassungsentwurf

Wie die Wiener Zeitung bereits am Donnerstag berichtete, arbeitet die Muslimbruderschaft an einem Verfassungsentwurf, der den Islam stärker in die Politik einfließen lassen soll.

Die Islambruderschaft ist die führende Oppositionspartei in Ägypten, wurde aber von Präsident Mubarak verboten. Hintergrund ist, dass ihr terroristische Tendenzen zugeordnet werden. Die Mitglieder der Partei tauchen nun im Parlament als Unabhängige auf und können somit weiter der Politik nachgehen.

Diese Gruppe gab nun bekannt, dass man an einem Verfassungsentwurf arbeitet, der den Islam mit seinen Grundsätzen stärker in die Politik einfließen lassen soll. Demnach können Frauen und Nicht-Muslime dann nicht mehr Präsident oder Regierungschef werden. Zusätzlich soll es noch einen religiösen Beirat geben, der die Politiker beraten soll, ähnlich wie dies im Iran der Fall ist.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Muslimbruderschaft mit ihrem Verfassungsentwurf durchkommt. Schließlich regiert Präsident Mubarak mit seiner Partei NDP das Land mit eiserner Faust in einer Art Diktatur.

Für Touristen wäre der Entwurf im übrigen nicht grade Vorteilhaft. Es wäre zu befürchten, dass mit steigenden Einfluss des Islams wieder seine Gesetze stärker umgesetzt werden. Hierzu gehört zum Beispiel das Verbot von Alkohol und Glücksspiel.

Quelle: Wiener Zeitung